Citroën Oldtimer Interessengemeinschaft Sauerland

2CV Liegefläche

Der Text ist schon etwas älter, aber die Liege hat sich bewährt, auch bei Transporten von sperrigen Gut oder kurzen 2CV Treffen bei denen man nur bis um 11:00H seinen Restalkohol ausschläft und Heim fährt.

Zusammenbau :            

Mit dem unten dargestellten Plan bin ich zum örtlichen Holzfachgeschäft und habe nach den angebotenen 12mm Siebdruckplatten verlangt. Schwere Personen können auch dickere Platten nehmen, aber Siebdruckplatten sind sehr Stabil und feuchtigkeitsresistent. Dort hat man mir alles ganz genau so zugeschnitten, wie ich es wollte. Sogar die Schrägen an Platte 2 hat der freundliche Mitarbeiter mir ganz grade abgesägt. Im Betrieb haben sie für die Zuschnitte  die besseren Möglichkeiten als ich daheim im Keller.

Die Siebdruckplatten haben eine raue und eine glatte Seite, ich habe alle mit der glatten Seite nach unten verbaut damit man nicht so herumrutscht. Platte
1 ( 36 x 105) wird mit 3 oben liegenden Scharnieren an Platte 2 ( 65 x 105) befestigt. Die verwendeten Schrauben sollten nicht länger sein als die Platten dick sind !  Um die vordere Kante an Platte 1 abzurunden, habe ich einen großen runden Gegenstand als Schablone, an die Kanten gelegt, mit dem Bleistift umzeichnet und die Rundung ausgesägt. An der Platte 2 gibt es einen Absatz ( im Plan gestreift ), den ich mir schon im Baumarkt absägen lies. Die Platten 3 und 4 ( je 27 x 94 cm ) werden auf der später unten liegenden Seite auch mit 3 Scharnieren ( im Plan weiß ) zusammengefügt.

Die Platte aus 3 und 4, wird nun wieder mit 3 oben liegenden Scharnieren an der Platte 2 befestigt. Die Anfasshilfe: An den Platten 3 und 4 habe ich mittig mit dem Forstnerbohrer 15 mm große Löcher gefräst. Siehe in den Plan wo auf  3 und 4 kleine O eingezeichnet sind. Mit den Löchern kann man die Platten besser anfassen , hochheben und falten . Man bohrt erst mit einem 4 mm Bohrer ein kleines Loch durch die Platte und setzt den 15er Forstnerbohrer von der Rückseite mit der Bohrspitze in das vorgebohrte Loch . Fräse Dich bis zur Hälfte der Platte durch und wiederhole die Prozedur auf der anderen Seite, aber bohr diesmal das ganze Loch durch. So gebohrt, verhindert man ein großes, splitteriges Ausreißen des Lochs, wie es mir passiert ist, denn bei den Schichtplatten, passiert das Ausreißen sehr schnell.  ( beim 2. Mal ist man immer schlauer ).

Wer keinen solchen großen Bohrer hat, der kann sich zum Anfassen , an den O Stellen , stabile Gurtbänder befestigen. An der Platte 4 müssen 4 Metallwinkel oder eine Metallleiste angebracht werden, damit man sie an der Kofferraumkante einhängen kann, und damit eine Verbindung zum Queue hat. Messt es bitte selber nach wie und Welche Ihr befestigt, weil es so viele verschiedene Queue‘s  gibt. An der Platte 1 werden mit den noch nicht gebrauchten Scharnieren an der Unterseite zwei bis drei  30cm lange Stützbeine befestigt um das Kopfteil abzustützen.

Als Untergestell habe ich einen alten Entenrücksitz bis auf das Rohrgestell zerpflückt. Der Sitz war für sonst nix mehr zu gebrauchen. Das Rohrgestell wird in die Ente eingebaut wie sonst den normalen Sitz. dabei auch richtig einrasten lassen. Nun braucht man eine grade Stellfläche für die Ente eine Wasserwage und eine lange Dachlatte. Der grade abgestellten Ente wird der Kofferraum geöffnet und über die Kofferraumkante über das Rohrgestell die Dachlatte aufgelegt. Nun war ich schlau und habe der Dachlatte eine Wasserwaage mit Klebeband aufgeklebt. Es gibt auch extra lange Wasserwaagen von der Baustelle, die hatte ich nicht. Nun kann man mit Unterlagen und etwas Augenmaß die korrekte Höhe
für die Ligefläche finden.



Diese Höhe habe ich an den Rohren mit einem weißen Lackstift markiert. es sind ca 2cm nach oben und vorn vom Rohr gemessen, vorne ist es grade abgechlossen mit der verstärkungsstrebe. Die Lehne und die Rundbögen die die Sitzfläche halten kommen weg, die anderen müssen bleiben! Dann habe ich an diesen Stellen die Rohre angetrennt mit dem Trannschleifer. Dann habe ich die Rohre entgratet. Mit der Konstruktion bin ich zum Dorfschmied und habe mir an vorher ausgedachter Stelle Verstärkungen aus Stahlrohr einschweißen lassen.
Kostete 10 € für die Kaffekasse :-)
Ich habe dann das Gestell mit Rostschutzfarbe gestrichen.

 

Um die Holzkonstruktion auf dem Gestell zu befestigen, habe ich 6 Muttern M10 im Spannbock eingespannt rundgefeilt bis sie in das angedachte Rohr passten. Wer selbst drehen kann oder einen Dreher kennt, kann sich passende Einschweißhülsen mit Gewinde anfertigen lassen. Bei meiner 2. Liegefläche habe ich passende Einschweißhülsen gedreht mit M8 Gewinde. Passend zu den Möbelschrauben mit Flachkopf. Zum einfacheren einschweißen habe ich seitlich 8mm Löcher in die Rohre gebohrt. So muss der Schweißer nur einen Schweißpunkt auf das Gewindestück braten und es hält. Die Befestigung der Liegefläche erfolgt mit passenden Möbelschrauben mit abgerundeten Pilzkopf. Zum Markieren der richtigen Löcher in der Platte wird das Metallgestell und das die Liegefläche in die Ente eingebaut und die Löcher angezeichnet. Zur Hilfe kann man sechs 90° angespitzte Gewindestücke nehmen und diese in die Muttern einschrauben. Die Spitzen hinterlassen dann passende Markierungspunkte im Holz, wenn man auf die eingepasste Liegefläche drückt. Man sollte die Löcher in der Platte etwa 0,5mm größer machen, so gleicht es leichte Ungenauigkeiten aus.

Unter den Platten 3 und 4 werden im Eingebauten Zustand noch kleine Holzklötze untergelegt, um sie vor dem Durchhängen zu bewahren. Weil ihr bestimmt über dem Reserveradloch eine andere Konstruktion habt wie ich, probiert wie und welche Klötzchen bei eurer Ente am besten passen um die Platten 3 und 4 abzustützen.Eine Polsterung über dem Reserverad geht auch.

Die nun gebaute Liegefläche lässt sich auf ein recht kleines Maß von nur 65 x 105 cm optimal zusammenklappen und mit haken platzsparend an die Garagenwand hängen. Dazu habe ich ein Gurtband so befestigt, dass die Liege nicht aufklappen kann. Die Liege lässt sich so auch leicht einbauen und entnehmen und wiegt so wenig, dass man sie allein ohne Hilfe ein und ausbauen kann. Unter der Liege ist noch genug Stauraum für Kleinkram und einen Autoverbandskasten. 
Will man die Liege tagsüber als
Transportfläche nutzen, kann man die Platte 1 anwinkeln um eine Transportsicherung zum Fahrgastraum zu Schaffen. Um die Kanten der Platten vor Feuchtigkeit zu schützen , kann man sie rings herum mit Owatrolöl lackieren oder ganz edel mit Kantenband zum aufbügeln versiegeln. Ich habe die Oberseite an einigen stellen mit sehr dünnem Nadelfilz aus dem Teppichladen gepolstert damit die Liegefläche zusammengefaltet nicht klappert.

 Text und Konstruktion: Sebastian Scheckel