Citroën Oldtimer Interessengemeinschaft Sauerland

2CV Innenausstattung

Wenn man vom 2CV alte Polster und Innenverkleidungen hat die nicht mehr schön sind,
so sollte man sie dennoch nicht einfach so entsorgen, damit lässt sich noch viel Geld sparen.

Mit dünnen Brettern kann man sich noch sehr brauchbare Schnittmuster und Schablonen damit anfertigen.
Auch die kann man kostenlos bekommen. Die Rückwände von Schränken eignen sich sehr gut, die gibt es beim Sperrmüll.
Vor dem Mitnehmen aber fragen! Auch die Restekiste beim Baumarkt bietet so manches brauchbares Brett für diesen Zweck.
Schließlich muss es nicht schön sein, sondern haltbar. Je härter das Material, desto öfter kann man es verwenden.

Die Vorlage wird möglichst glatt auf das Brett getackert oder genagelt, damit es nicht verrutscht. Nun kann man mit einem gut
sichtbaren Stift das Muster sorgfältig abkopieren. Die Nägel kann man herausziehen, wenn man fertig ist, und die Vorlage zur Seite legen.

Wichtig ist es nun auf das Brett aufzuschreiben, welche Seite die Vorder und welche die Rückseite ist,
wo oben und unten ist, und Informationen zu Maßen, Bauteil und Lochdurchmesser, erleichtern einem die Arbeit später sehr.
Sind wie bei den Türen die Seiten gleich, braucht man nur eine einzige Schablone anzufertigen.
Auch ist es wichtig, schön groß auf die Schablone aufzuschreiben, das es kein Müll ist sondern eine Schablone.
Schreibt also KEIN MÜLL! schön groß und rot von beiden Seiten auf das Brett. Sie landen sonst wohlmöglich im Ofen, und die
ganze Arbeit war umsonst.

Die fertig aufgezeichneten Bretter kann man mit der Dekupiersäge, Laubsäge oder Bandsäge aussägen
und die Löcher ausbohren. Ein Satz Forstnerbohrer oder Lochkreissägen ist sehr nützlich bei der Herstellung großer Löcher.

Bei Oldtimerausstattern kann man oft recht günstig geeignete Materialien bekommen um die Verkleidungen anzufertigen, oft sogar original Materialien. Spezialisten dafür sind Fa. Döpper http://www.doepper-profile.de/ 
oder auch http://www.isoproq.de/ und http://www.fortispolster.de/

Beim Bestellen nicht den Spezialkleber für Innenverkleidungen vergessen! Die Kleber aus dem Baumarkt geben leider viel zu früh auf und dann hängt der ganze Kram herunter und man ärgert sich fürchterlich. Auch vom doppelseitigen Teppichklebeband ist abzuraten, es hält oft keine Stunde durch.

Das unten gezeigte rote Material ist eine PVC- Kokosmatte in Lederoptik, wie sie bei Mercedes und anderen Autobauern
in den 50er - 70er Jahren Verwendung fand. Auch die Ente hat ein ähnliches Material als Geräuschdämmung im Handschuhfach.
Man ist in der Wahl der Materialien frei und kann auch Farben verwenden, die deutlich besser zum Gesamtbild des Fahrzeugs passen.

Beim Aufzeichnen muss man darauf achten, das die aufgemalten Striche später nicht das ganze Ergebnis stören.
Nadeln, Gewichte und kräftige Klammern helfen, dass nix verrutschen kann.
Auch kann man das Material optimal ausnutzen, wenn man die graden Linien der benachbarten Teile mit verwendet.

Einen Satz Locheisen ist sehr hilfreich und bei Oldtimerveranstaltungen für unter 15€ zu bekommen auch scharfe
Messer und Scheren in robuster Qualität werden oft gebraucht. Locheisen immer mit einer Holzunterlage verwenden, sie halten sonst ihren Einsatz nicht lange durch.

Es kann sein, das eine Nähmaschine und andere Werkzeuge notwendig sind. Hat man so etwas nicht, freut sich auch
der KFZ Sattler über die Vorlagen und es spart ihm viel Zeit und euch bares Geld.
Wichtig ist es die Vorlagen gescheit aufzubewahren, bei Feuchtigkeit können sie sich verziehen und wellig werden und damit ggf. unbrauchbar. Hinter dem Schrank oder aufgehangen stören sie nicht.

Es ist sicher viel Arbeit, aber die lohnt sich, denn man kann kreativ sein und spart neben bei Geld.
Die Geräuschdämmmatte kostet beim Händler über 80€,
das PVC Material war ein Rest und kostete nur 40€.  



Ich habe schon eine stattliche Sammlung solcher Schablonen und man kann auch Freunden und
Bekannten eine große Freude machen, wenn man ihnen die Schablonen ausleiht oder fertige Teile als Geschenk mitbringt.
 
Viel Erfolg beim Nachmachen!
Sebastian